Perspektivwechsel in der Tagespflege

Schüler schnuppern beim Boys’ Day Praxisluft.

Vier Jungen moderieren beim Boy's Day Gedächtnisspiele in der Tagespflege.

Wie fühlt es sich an, wenn die Sehkraft nachlässt oder die Beine nicht mehr so recht wollen? Drei Schüler im Alter von 13 und 14 Jahren gingen dieser Frage beim diesjährigen Boys’ Day in der Tagespflege Drei-Franken-Eck auf den Grund. Unter dem Motto „Ein Tag als Pfleger“ tauschten sie das Klassenzimmer gegen den Pflegealltag – und gewannen dabei spannende Einblicke in einen Beruf mit Zukunft.

Der Tag begann praxisnah: Gemeinsam mit Pflegefachkraft Max erprobten die Schüler erste grundlegende Tätigkeiten. Schnell wurde klar, dass Pflege nicht nur Einfühlungsvermögen, sondern auch Geschick und Fachwissen erfordert. An einem Übungskopf wurden Frisuren geflochten, anschließend ging es medizinischer weiter: Die Jugendlichen legten sich gegenseitig Verbände an und frischten ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auf.

Ein besonderes Highlight war der Bereich der Selbsterfahrung. Mithilfe spezieller Simulationsbrillen, die altersbedingte Seheinschränkungen nachbilden, erlebten die Schüler eindrucksvoll, wie sich Wahrnehmung im Alter verändern kann. Auch der Umgang mit Hilfsmitteln stand im Fokus: Beim Ausprobieren von Rollstuhl und Rollator entwickelten sie ein besseres Verständnis für die Mobilitätseinschränkungen der Tagespflegegäste.

Am Nachmittag wurde das Gelernte direkt angewendet: Gemeinsam mit den Senior_innen gestalteten die Schüler ein abwechslungsreiches Programm mit Gedächtnisspielen. Dabei zeigten sie nicht nur Organisationstalent, sondern auch echtes Engagement. Die Begegnungen waren für beide Seiten bereichernd: Während die Jugendlichen mögliche Berührungsängste abbauten, freuten sich die Gäste über diefrische Energie und den Austausch mit der jungen Generation.

Der Boys’ Day in der Tagespflege Drei-Franken-Eck machte deutlich: Pflege ist vielseitig, sinnstiftend und keine Frage des Geschlechts. Vielleicht legte dieser Tag für den einen oder anderen sogar den Grundstein für eine berufliche Zukunft im sozialen Bereich.